no-fee-Broker Vergleich: Depots ohne Orderprovision

In diesem Vergleich stellen wir kostenlose Depots vor, bei denen für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren keine Orderprovision anfällt. Es lassen sich somit Aktien und ETFs komplett kostenlos handeln. Alle vorgestellten Depots weisen folgende Gemeinsamkeiten auf:

  • Keine Depotgebühr
  • Keine Orderkosten bzw. Fremdkosten
  • Keine Gebühren für Ein- oder Auszahlungen
  • Keine Gebühren bei Dividendenzahlungen

Aufgrund der strengen Kriterien ist der Vergleich (noch) recht überschaubar. Wir hoffen, dass in den nächsten Jahren noch weitere no-fee-broker ihr Angebot in Deutschland starten. Der bereits 2013 in den USA gestartete no-fee-broker RobinHood ist inzwischen bereits in den ersten europäischen Ländern verfügbar. Das von uns als sehr gut getestete Depot von Trade Republic ist aufgrund der bei Trades anfallenden Fremdkostenpauschale in Höhe von einem Euro nicht in diesem Vergleich dabei.

no-fee-Broker im Vergleich

Anbieter Gratisbroker Depot Smartbroker Depot JustTrade Depot
Depotgebühr

0€

0€

0€

negative Zinsen

Nein

-0,5%

-0,5%

Ordergebühr 0€ ab 0€ 0€
Mindestwert je Order 500€ 500€ 500€
Ein- / Auszahlung 0€ 0€ 0€
ETF-Sparpläne 0 300 0
deutsche Einlagensicherung Einlagensicherung X

Automatische Steuer Abführung

Auftrag Freistellung möglich X
Handelsplätze gettex

gettex 0€

L&S 1€

Xetra usw. 4€

LS Exchange

Quotrix

Handelbare Wertpapiere

3.600 Aktien

300 ETFs

2.100 Fonds

60.000 Derivate 

Komplette Liste hier

alle in Deutschland handelbaren 

6.500 Aktien

1.500 ETFs

500.000 Derivate

Orderarten bestens, Limit, stop-Loss bestens, Limit, stop-Loss Quote, bestens, Limit, Stop, Stop Limit, Trailing Stop Loss, OCO
Zugang Browser Browser App und Browser
Besonderheiten    Viele Extras, siehe Detailseite - 0,5% Verzinsung
       

Wie verdienen no-fee-Broker ihr Geld?

In einem anderen Artikel erklären wie im Detail, wie die kostenlosen Broker Geld verdienen können (Finanzierung no-fee-broker). An dieser Stelle wollen wir die Erklärung daher etwas knapper halten. Wie alle Depotanbieter erhalten auch die in der Tabelle vorgestellten Broker Bestandsprovisionen für verwahrte Fonds und ETFs. Außerdem erhalten die Broker Zuschüsse von Handelspartnern (z.B. weil sie ETFs von dem Anbieter ihren Kunden anbieten) und Rückvergütungen bzw. Abwicklungszuschüsse von Handelsplätzen. Die genannten Einnahmen erzielen und nutzen jedoch alle Banken und Broker. 

Gewinne können die Broker ohne Orderprovisionen nur dadurch erzielen, dass die ihre Kosten auf ein Minimum abgesenkt haben. Aufgrund neuster IT und der Automatisierung der meisten Vorgänge ist die Abwicklung der Geschäftsprozesse mit einem Bruchteil der Kosten (z.B. durch Reduzierung der Mitarbeiter) einer normalen Bank möglich. Außerdem bieten die no-fee-Broker deutlich weniger Leistungen einer klassischen Direktbank an und haben z.B. nur einen eingeschränkten Service und keine Beratung.

Dennoch wird nicht an der Sicherheit gespart. Zumindest Trade Republic, gratisbroker und justTrade sind deutsche Unternehmen, die mit deutschen Kreditinstituten kooperieren. Kundeneinlagen werden durch die deutsche Einlagensicherung abgesichert und Wertpapiere werden generell dem Kunden und nicht der Bank bzw. dem Depotanbieter zugeordnet. Die Sicherheit der Kundengelder ist bei den no-fee-brokern somit genauso hoch wie bei jeder anderen deutschen Bank.

Fallen (versteckte) Gebühren bei den no-fee-brokern an?

Hört man zum ersten mal von der Möglichkeit komplett kostenlos Aktien kaufen zu können, denkt man vermutlich zuerst an eine zeitlich befristete Neukundenaktion oder irgendwelche unseriösen Angebote, bei denen die Kunden "hintenrum" zur Kasse gebeten werden. Wir untersuchen die deutschen no-fee-broker inzwischen jedoch bereits etwas länger, haben alle Depots selbst eröffnet und ausgiebig getestet und können Interessierte beruhigen. Die no-fee-broker verlangen tatsächlich keine Orderprovisionen und holen die verpassten Einnahmen auch nicht auf anderen Wegen wieder rein.

Bei allen in diesem Vergleich vorgestellten Depots zahlt man keine Depotgebühr. Es gibt auch kein Verwahrentgelt oder eine andere Gebühr, die einer Depotgebühr ähnelt. Im Gegensatz zu anderen Depotanbietern verlangen die hier vorgestellten Anbieter außerdem keine Orderprovision, ein Orderentgelt oder sonstige Gebühr für den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. 

Bei justTrade müssen Kunden jedoch mit einer negativen Verzinsung auf dem Verrechnungskonto leben. Einlagen auf dem zum Depot gehörenden Verrechnungskonto werden mit - 0,5% verzinst. Wer im Jahr im Schnitt 2.000€ auf seinem Verrechnungskonto liegen hat, würde somit 10€ an Zinskosten zahlen müssen. Die "Strafzinsen" lassen sich vermeiden oder zumindest minimieren, wenn man überschüssige Liquidität vom Verrechnungskonto auf sein Girokonto überweist oder zügig in Wertpapiere investiert. Beim Depot von Gratisbroker gibt es im Gegensatz zu justTrade keine negative Verzinsung. 

Bei den vorgestellten no-fee-brokern gibt es tatsächlich keine versteckten Gebühren. Allerdings muss man mit einigen Einschränkungen leben, da die fehlenden Orderkosten nur durch ein Minimum an Leistungen ermöglicht werden können.

Einschränkungen bei den no-fee-Brokern

Weiter oben haben wir erklärt, dass der Verzicht auf Ordergebühren nur durch eine extrem schlanke Kostenstruktur möglich ist. Dies führt auch dazu, dass Kunden der no-fee-broker auf einige Leistungen und Annehmlichkeiten verzichten müssen, die bei anderen Banken Standard sind. Zum Beispiel werden folgende Dinge von den no-fee-Brokern nicht angeboten:

  • Beratung
  • Telefonischer Support, telefonische Orderaufgabe
  • Wertpapierkredite
  • Prämien zur Depoteröffnung oder für den Depotwechsel
  • spezielle Handelssoftware oder extra Programme zur Chartanalyse etc.
  • Handel an Auslandsbörsen bzw. tradegate, Xetra und Co
  • ETF-Sparpläne (beide Broker wollen jedoch kurzfristig kostenlose Sparpläne anbieten)

(Beim Smartbroker sind die Einschränkungen nicht ganz so groß. Der Smartbroker ist ein extrem günstiger Disocuntbroker, der zusätzlich den komplett kostenfreien Handel über gettex anbietet. Beim Smartbroker kann man bereits ETF-Sparpläne anlegen, an Auslandsbörsen handeln und einen sehr günstigen Wertpapierkredit nutzen.)

Außerdem kann man mit einem Depot bei einem der gratis Broker nicht alle Wertpapiere kaufen. Die Zahl der handelbaren Aktien ist zum Beispiel begrenzt. Diese Begrenzung werden allerdings die meisten Privatanleger überhaupt nicht bemerken. Kunden von JustTrade können über 7.000 unterschiedliche Aktien handeln und Kunden vom Gratisbroker knapp 4.000. Alle Werte aus dem DAX, MDAX, Dow Jones und den meisten weiteren bekannten in- und ausländischen Indices sind handelbar. Bei (ausländischen) Nebenwerten kann es jedoch dazu kommen, dass der Handel mit diesen nicht möglich ist. 

Bei ETFs arbeiten die Broker nur mit bestimmten Anbietern zusammen. So ist es bei Gratisbroker z.B. nicht möglich ETFs von comstage oder ishares zu erwerben. Diesen Nachteil halten wir jedoch für verkraftbar, da ETFs unserer Meinung nach leicht austauschbar sind. Ob der ETF auf den DAX nun von dws, ishares oder comstage angeboten wird, ist in der Regel nicht relevant.

Wer bereits vorab wissen möchte, ob seine favorisierten Aktien, ETFs oder Derivate beim Gratisbroker handelbar sind, kann dies hier überprüfen. Für justTrade ist leider keine komplette Liste der handelbaren Wertpapiere verfügbar.

Eine Gemeinsamkeit der beiden Broker ist das Mindestordervolumen von 500€. Die no-fee-broker wollen so Kleinstorder vermeiden. Bei Trade Republic gibt es dagegen kein Mindestordervolumen, allerdings verlangt Trade Republic eine Fremdkostenpauschale von einem Euro ist damit kein echter no-fee-Broker.

Neben den genannten Nachteilen kommen bei justTrade noch ein paar weitere Nachteile hinzu, die, genau wie die fehlenden Sparpläne, kurzfristig behoben werden sollen. So ist es bei jusTrade aktuell zum Beispiel noch nicht möglich einen Freistellungsauftrag zu hinterlegen. Dieses Problem soll jedoch ebenfalls in einigen Wochen behoben sein.

Bester no-fee-broker aus Deutschland

In einem anderen Artikel haben wir bereits geschrieben, dass wir Trade Republic für den besten "billig Broker" halten, wenn man bereit ist die Fremdkostenpauschale in Höhe von einem Euro zu bezahlen. Trade Republic bietet Vorteile (z.B. kein Mindestorderwert und ETF-Sparpläne), die justTrade und der Gratisbroker bisher nicht bieten. Wer jedoch Orderprovisionen komplett vermeiden möchte, weil er zum Beispiel sehr viele Trades ausführt oder das Geld ganz einfach sparen möchte, sollte sich mit Smartbroker oder Gratisbroker befassen.

Gratisbroker bietet im Vergleich mit justTrade unser Meinung nach das bessere Gesamtpaket. Beim Gratisbroker lassen sich zwar weniger Aktien und ETFs handeln, aber die anderen Vorteile wiegen diesen Nachteil wieder auf. Bei justTrade stört uns zum Beispiele die negative Verzinsung auf dem Verrechnungskonto. Man kann diese Gebühren zwar minimieren, aber vermutlich nicht ganz vermeiden. Außerdem kann man bei justTrade bisher keinen Freistellungsauftrag hinterlegen und Order können bisher nicht limitiert werden. justTrade wird sein Angebot sicherlich noch überarbeiten, aber die negative Verzinsung scheint ein fester Bestandteil zu sein.

Generell können wir aber beide Broker empfehlen. Mit beiden no-fee-Brokern lassen sich Gebühren für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren vermeiden. Besonders empfehlenswert sind die kostenlosen Broker für Personen, die nur kleinere Summen in Aktien investieren möchten oder können. Für Ordersummen von bis zu 2.000€ macht keine "klassische" Direktbank ein vernünftiges Angebot. Gebühren von im Schnitt 20€ für den Kauf- und Verkauf muss der gekaufte Wert erst einmal einholen, damit man mi seiner Anlage einen Gewinn erzielt hat. Bei sehr hohen Orderwerten verlieren die Orderprovisionen sicherlich an Bedeutung. Dennoch kann ein Depot bei einem no-fee-broker selbst für vermögendere Kunden als Zweitdepot für bestimmte Strategien oder zur Vermeidung von Gebühren interessant sein.