justTrade Depot im Test - unsere Erfahrungen

JustTrade ist ein weiterer deutscher no-cost-Broker. JustTrade bietet ein kostenloses Wertpapierdepot und verzichtet komplett auf Gebühren für Käufe bzw. Verkäufe. Das Handeln von Wertpapieren ist somit komplett kostenlos möglich.

In diesem Artikel schauen wir uns die Konditionen von JustTrade genau an. Wir gehen auch auf die Vor- und Nachteile des kostenlosen Brokers ein und vergleichen das Angebot von JustTrade mit den anderen deutschen gratis Brokern.


Kurzfazit justTrade Depot

zu justTradeNeben Trade Rebuplic und Gratisbroker ist justTrade der dritte deutsche kostenlose Broker. Im Vergleich mit den beiden anderen Brokern macht justTrade einiges besser, aber leider ebenfalls ein paar Dinge schlechter. Gut gefällt uns zu Beispiel, dass Kunden per Desktop PC und Trading-App auf ihr Depot zugreifen und handeln können. Bei der direkten Konkurrenz gibt es, zumindest bisher, jeweils nur einen Zugangsweg. Ein weiterer Vorteil ist die größere Auswahl an handelbaren Wertpapieren. Gerade im ETF Bereich ist justTrade gut aufgestellt und bietet Produkte zahlreicher Emittenten an.

Allerdings scheint das Depot bzw. die Technik bei justTrade noch nicht voll ausgereift zu sein. So ist es z.B. noch nicht möglich einen Freistellungsauftrag zu hinterlegen. JustTrade gibt an weiter an ihrem Angebot zu arbeiten und hat dies mit der Einführung der Ordertypen bereits bewiesen. Zum Start des Angebots konnte man kein Limits aufgeben und inzwischen bietet justTrade sinnvolle und professionelle Ordertypen (z.B. Trailing-Stop-Loss) an.

Vermutlich von Dauer werden die Negativzinsen und das Mindestordervolumen von 500€ sein. Der Gratisbroker verlangt zwar ebenfalls einen Mindestwert je Order von 500€, verzichtet allerdings auf Strafzinsen für Einlagen auf dem Verrechnungskonto. Das Depot von justTrade hat dennoch viel Potential und bereichert das Angebot an gratis Brokern. Aufgrund der noch zu behebenden Schwächen, würden wir aktuell allerdings eher bei Trade Republic oder beim Gratisbroker die Depoteröffnung empfehlen.

Konditionen des justTrade Wertpapierdepots

Anbieter JustTrade Depot
Kosten  
Depotgebühr 0€ - Keine Depotgebühr, unabhängig von der Nutzung
Kosten je Wertpapierkauf 0€ - Keine Orderkosten
Kosten je Verkauf 1€ - Keine Orderkosten
Kosten Dividendenzahlungen? 0€ (Bei Fremdwährung 0,4% Marge für Konvertierung)
Negative Zinsen -0,5% Zinsen auf Verrechnungskonto
Ein- / Auszahlungen kostenlos per Überweisung
Sparpläne bisher keine Sparpläne erstellbar
Kosten je Sparplanausführung "
Sparrate "
Intervall "
Handelsplatz LS Exchange (Börse Hamburg) + Quotrix
Handelszeiten 7.30 - 23.00
Kursqualität An Xetra Kurse gebunden (9.00 bis 17.30)
Handelsmöglichkeiten Smartphone-APP oder PC (mit normalen Browser)
Orderarten Quote, Market, Limit, Stop, Stop Limit, Trailing Stop Loss, OCO
Sonstiges  
Deutsche Einlagensicherung - Kontoführung durch deutsche Sutor Bank
Depotwechsel zu justTrade X- Kein Depotumzug zu justTrade möglich
Abführung Abgeltungssteuer - Abgeltungssteuer wird einbehalten und abgeführt
Freistellungsauftrag X- Freistellungsauftrag bisher nicht hinterlegbar
Mindestordervolumen - Orderwert muss mindestens 500€ betragen
Maximales Ordervolumen - Orderwert darf 50.000€ nicht übersteigen
Depot-Zugang Trading-App (Verwaltung und Handel über die App)
Kontakt JT Technologies GmbH
Kaiserhofstraße 16
60313 Frankfurt am Main

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zur Depoteröffnung justTrade Depot eröffnen

Wer oder was ist justTrade?

justTrade ist ein deutscher no-cost-Broker, der weder für die Depotführung, noch für den Kauf bzw. Verkauf von Wertpapieren Gebühren verlangt. Gegründet wurde das Unternehmen von zwei ehemaligen Geschäftsführern der onvista Bank, die inzwischen zur comdirect Bank AG gehört. justTrade war der erste deutsche Broker ohne Orderkosten und setzt ein Geschäftsmodell um, dass RobinHood in den USA bereits vor einigen Jahren etabliert hat.zu justTrade

Wie alle kostenlosen Broker hat auch justTrade eine sehr schlanke Kostenstruktur und konzentriert sich auf den reinen Wertpapierhandel. Für die Kontoführung und die Verwahrung der Einlagen ist die deutsche Sutor Bank zuständig. Durch die Kooperation mit einem deutschen Kreditinstitut unterliegen Kundengelder auf dem justTrade Verrechnungskonten der deutschen Einlagensicherung.

Wie bei den no-cost-brokern üblich ist eine Fokussierung auf nur einen oder wenige Handelsplätze. Kunden von justTrade können ihre Trades entweder über LS Exchange oder Quotrix (elektronisches Handelssystem der Börse Düsseldorf) abwickeln. 

justTrade Konditionen und Gebühren

Weder für die Depotführung, noch für den Handel mit Wertpapieren verlangt justTrade Gebühren. Das Depot bleibt selbst dann kostenlos, wenn es nur eröffnet und nie genutzt wird. Ein Verwahrentgelt wird ebenfalls nicht erhoben. Allerdings werden Einlagen auf dem Depotkonto (Verrechnungskonto) negativ verzinst. JustTrade gibt somit die von der EZB erhobenen Strafzinsen an die Kunden weiter.

Negativzinsen sind bei deutschen Brokern und Depotanbietern bisher unüblich (Ausnahme Flatex). Die möglichen Kosten der "Strafzinsen" sind jedoch sehr gering. Wer im Schnitt 5.000€ auf seinem Depotkonto liegen lässt, würde im Jahr 25€ an Zinskosten bezahlen. Reduzieren kann man die Gebühren dadurch, dass man erst kurz vor einem Kauf Geld auf sein Depotkonto überweist und Liquidität aus Verkäufen direkt reinvestiert oder sich auf sein Girokonto auszahlen lässt.

Allerdings verlangen die beiden anderen deutschen gratis Broker (Trade Republic und Gratisbroker) keine Strafzinsen und sind nicht nur deswegen einen Blick wert.

Kosten je Kauf / Verkauf

justTrade verlangt keine Orderkosten oder sonstige Gebühren für den Handel mit Wertpapieren. Es gibt auch keine "sonstigen Kosten", Courtagen oder Spesen, die dem Kunden später belastet werden. Der Kauf und Verkauf von Aktien und anderen Wertpapieren ist mit einem Wertpapierdepot von justTrade somit komplett kostenlos möglich. 

Bei den fehlenden Gebühren spielt es übrigens keine Rolle, ob man Aktien, Fonds, ETFs oder Derivate handeln möchte. Wie der Slogan von justTrade bereits feststellt: Mehr geht nicht, weniger auch nicht!

ETF-Sparplan bei justTrade einrichten

 Kunden von justTrade können ETFs der Anbieter Amundi, DWS, iShares, Lyxor, Comstage, VanEck, Vanguard und UBS handeln. Bisher ist es allerdings noch nicht möglich Sparpläne einzurichten. justTrade gibt an daran zu arbeiten und es Kunden bald zu ermöglichen regelmäßig in Form von kostenlosen ETF-Sparplänen in Wertpapiere investieren zu können.

Wer ein Depot mit ETF-Sparplänen ohne Kaufgebühren sucht, sollte sich aktuell für Trade Republic entscheiden. 

Zugang zum justTrade-Depot

zu justTradeIm Gegensatz zu den beiden anderen deutschen gratis Brokern setzt justTrade nicht nur auf eine Trading-App oder den Zugang per Desktop Pc, sondern stellt Kunden beide Wege zur Verfügung.

Sowohl die App, als auch der Online-Auftritt von justTrade machen einen guten und ausgereiften Eindruck. Wie bei den beiden anderen Brokern ist die Übersichtlichkeit sicherlich auch den geringen Auswahlmöglichkeiten geschuldet.

Handelsplätze und Orderarten

Möchte man Wertpapiere über justTrade verkaufen, stehen einem die Handelsplätze LS Exchange (Börse Hamburg) und Quotrix (Börse Düsseldorf) zur Verfügung. Gehandelt werden kann zwischen 7.30 bis 23.00. Die "Kursqualität" ist allerdings nur zu den Xetra Handelszeiten von 9.00 bis 17.30 gut. Die Kurse orientieren sich an den Preisen von Xetra und nach dem Ende des dortigen Handels werden die Spreads (Spanne zwischen Geld- und Briefkurs) deutlich weiter.

Ein großer Nachteil zum Start von justTrade war, das der Handel nur über Quote-Request-Order möglich war. Bei Quote Request bekommt man einen Kurs angeboten, den man innerhalb weniger Sekunden bestätigen muss, damit ein Geschäfts zu Stande kommt. Inzwischen sind jedoch viele Orderarten und Zusätze möglich, was das Traden deutlich verbessert. Folgende Ordertypen bietet justTrade inzwischen an:

  • Quote
  • Market (Verkauf)
  • Limit
  • Stop
  • Stop Limit
  • Trailing Stop Loss
  • OCO

Generell sollte man Orders nur mit Limit aufgeben, um nicht von plötzlichen Kursschwankungen überrascht zu werden. Mit dem Trailing Stop Loss und der OCO-Order (one cancels the other) bietet justTrade zwei Ordertypen, mit denen man Trades deutlich komfortabler und professioneller abwickeln kann. Wer Trailing Stop Loss oder OCO noch nicht kennt und sein Depot bzw. Gewinne absichern möchte, sollte sich die verlinkten Artikel ansehen.

Handelbare Wertpapiere

Mit einem Depot von justTrade kann man nicht alle Aktien und andere Wertpapiere kaufen. Die Auswahl ist etwas beschränkt, allerdings sind die angebotenen Wertpapiere für die meisten Privatanleger völlig ausreichend. Nur wenn man recht kleine oder exotische Nebenwerte kaufen möchte, kann es sein, dass dies mit einem Depot bei justTrade nicht möglich ist. JustTrade gibt die Auswahl der handelbaren Wertpapiere folgendermaßen an:

  • 6.500 deutsche und internationale Aktien
  • 1.500 ETFs (von Amundi, DWS, iShares, Lyxor, Comstage, VanEck, Vanguard und UBS)
  • über 500.000 Derivate (z.B. Optionsscheine, Zertifikate, Knock-outs)

Das Angebot an Aktien ist etwas begrenzter als z.B. bei Trade Republic (über 7.000), aber größer als bei Gratisbroker. Bisher haben wir in unserem Test keine Aktie vermisst, die wir gerne hätten handeln wollen. Handelt man tatsächlich hauptsächlich gerne internationale Nebenwerte, kann man sich sicherlich mit einem Zweitdepot bei einer günstigen Direktbank behelfen. Ist ein Wertpapier über justTrade nicht kaufbar, nutzt man sein kostenloses Zweitdepot.

Kosten für Dividendenzahlungen bei justTrade

Wer Zahlungen aus Dividenden, Ausschüttung oder Zinsen erhält, zahlt bei justTrade keine Gebühren. Gebühren fallen auch dann nicht an, wenn die Zahlung in einer Fremdwährung erfolgt. Erfolgt die Dividendenzahlung in einer anderen Währung als Euro, wird diese automatisch in Euro getauscht. Der Währungstausch an sich wird kostenlos durchgeführt, allerdings arbeiten Banken mit Margen und bieten dem Kunden unter Umständen ungünstige Devisenkurse (Details zur Devisenkonvertierung bei justTrade).

justTrade verlangt für den Umtausch von Zahlungen in Fremdwährungen pauschal 0,4% bzw. verschlechtert sich der Umtauschkurs um 0,4% im Vergleich mit den Geldmarktkursen. Im Vergleich mit Trade Republic und den meisten Direktbanken ist die Marge höher, so dass Kunden von justTrade bei gleicher Dividendenhöhe geringere Gutschriften in Euro erhalten. Bei Devisenkonvertierungen von ca. 1.000€ im Jahr macht die pauschale Marge jedoch nur einen "Verlust" von ca. 2 bis 3 Euro aus. Der Nachteil von JustTrade im Bereich der ausländischen Dividenden ist somit deutlich kleiner, als auf dem ersten Blick angenommen. 

Was bietet justTrade (bisher) nicht an?

Wie bei jedem no-cost-broker ist das Leistungsangebot bei justTrade etwas beschränkter. Speziell bei justTrade kommen noch einige Baustellen dazu, die bald geschlossen sein sollen. Zukünftig soll man zumindest Sparpläne eröffnen und einen Freistellungsauftrag einreichen können. Bisher werden folgende Leistungen von justTrade nicht angeboten.

  • Keine Beratung
  • Kein Kontakt per Telefon
  • Kein Wertpapierkredit
  • Freistellungsauftrag noch nicht hinterlegbar
  • Keine Unterstützung bei Rückforderung ausländischer Quellensteuer (bei Dividendenzahlungen aus dem Ausland)
  • Depotwechsel bzw. Depotübertrag zu justTrade nicht möglich
  • Keine Fonds- oder ETF-Sparpläne
  • Handel an Auslandsbörsen nicht möglich
  • keine schnelle / sofortige Depoteröffnung möglich

Ist das justTrade Depot zu empfehlen?

justTrade bietet ein kostenloses Wertpapierdepot ohne Ordergebühren an, weshalb wir den Anbieter generell empfehlen können. Allerdings halten wir das Angebot von Trade Republic und Smartbroker für besser und ausgereifter. justTrade hat noch einige Baustellen, die behoben werden müssen. Wie bereits geschrieben kann man noch nicht einen Freistellungsauftrag hinterlegen oder Sparpläne einrichten. Dafür hat justTrade 2020 inzwischen viele hilfreiche Ordertypen eingeführt.

Vermutlich dauerhafte Nachteile sind jedoch die negative Verzinsung auf Einlagen auf dem Verrechnungskonto und das Mindestordervolumen von 500€. Für Kunden vom Gratisbroker gilt ein Mindestorderwert in gleicher Höhe, aber dafür haben sie keine Strafzinsen zu zahlen. Trade Republic verzichtet dagegen sowohl auf "Strafzinsen", als auch auf einen Mindestwert je Order, verlangt allerdings eine Fremdkostenpauschale in Höhe von einem Euro. 
zu justTrade

Das einzige Ass im Ärmel von justTrade sind bisher die vielen unterschiedlichen ETF-Anbieter. Wer gerne in ETFs investiert (und nicht in der Form eines Sparplans), der hat bei justTarde eine größere Auswahl und ist z.B. nicht wie bei Trade Republic an den Anbieter ishares gebunden. 

Wir werden das Wertpapierdepot von justTrade weiterhin beobachten und laufend über Änderungen und Erweiterungen des Angebots berichten.